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Beweidung

mit Pfauenziegen oder

Gehölzsukzession bedroht wertvolle Offenlandbiotope

Diese Aussage bedeutet in etwa soviel, als daß in absehbarer Zeit auf jeder unbearbeiteten Freifläche Wald entstehen wird. Die Faustregel besagt daß dafür in Deutschland 20 Jahre ausreichen.

 

Darum wird die Fläche seit 2003 ganzjährig beweidet, aber nach einigen Jahren der alleinigen Beweidung mit Pferden hat man erkennen müssen, dass Pferde die Offenhaltung der Fläche nicht erreichen können. Vor allem aufkeimende Gehölze werden von den Pferden nicht gefressen und konnten sich sogar ausbreiten. Deshalb wurden unsere Ziegen, als zweite Tierart, zur Beweidung hinzugenopmmen.

 

Unter den sich ausbreitenden Gehölzen sind neben der einheimischen Kiefer und diverser Pionier-Bäume/ Sträucher vor allem aber die ursprünglich aus Nordamerika stammende "Spätblühende Traubenkirsche" (Prunus serotina). Die Pflanze kann nicht mechanisch/ maschinell bekämpft werden.

 

Erstaunlicherweise mögen Pfauenziegen die giftige Traubenkirsche durchaus. Durch den vielgestaltigen Magen der Ziegen werden die sich bildenden Giftstoffe (vor allem Blausäure) über einen wesentlich längeren Zeitraum aufgenommen und auch effektiver wieder abgebaut. Ziegen können deshalb, im Gegensatz zu Pferden, eine bis zu zehnfach größere Menge an Traubenkirschen verdauen. Dadurch, dass die Ziegen neben der Traubenkirsche auch andere Pflanzen abfressen, wird eine schädliche Dosis nicht erreicht.

 

Das Fressverhalten der Tiere ist über das Jahr hinweg sehr unterschiedlich. Ist es im Frühjahr hauptsächlich der Ginster den die Tiere befressen verlagert sich der Appetit der Ziegen zum Ende der Wachstumsperiode deutlich auf die Traubenkirsche, die dann ganz erheblich befressen wird.

 

Aus Sicht der zuständigen Naturschutzbehörde ist es oberstes Ziel, bestehende Gehölzstrukturen zurückzudrängen und die Sandrasen mit den seltenen Tier- und Pflanzenarten zu fördern. Die Ziegen leisten dabei hervorragende Arbeit, sind aber bei der derzeitigen Herdenstärke von 45 Tieren und dem schnellen Wachstum vieler Gehölze überfordert. Also bleibt nur, die Herde weiter aufzustocken.

 

Die Erfolge bei der Bekämpfung der Späten Traubenkirsche waren bisher sehr gut: die Ziegen haben bei allen Beständen im Sommer die Blätter abgefressen und so die Pflanzen stark geschwächt.

 

Ein weiterer Erfolg der Ziegen ist die Schaffung von Rohboden an beliebten Lagerplätzen. Das geht so weit, dass sogar Sandsteinfelsen, die vollständig eingewachsen waren, durch die Ziegen wieder freigelegt wurden. Leider ist dabei auch scharfe Munition zum Vorschein gekommen.